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In Gedenken an...

meinen Vater Anton Böhm, der am 18.10.04 völlig unerwartet im alter von 80 J. verstorben ist. Seine liebe und hilfsbereite Art werde ich nie vergessen, und er wird immer einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen haben.

Er hatte ein stolzes alter erreicht, trotzdem war es ein Schock für uns, da ihm nichts gefehlt hat. Mein Vater musste keine Medikamente nehmen, war nie im Krankenhaus und hatte auch sonst keine Krankheiten. Er hat sich auf das Sofa gesetzt und ist eingeschlafen. Im nachhinein bin ich froh, das er so sterben durfte und nicht Jahrelang leiden musste.

Er ist am 8.8.1924 in Neustadt an der Waldnaab (Oberpfalz) geboren.

1928

im alter von 4 Jahren zog er mit seinen Eltern nach Geislingen an der Steige.

1933

Schon als kleiner Junge war er sehr Musikinterresiert und fing mit 9 Jahren an Geige zu spielen, auf der er auch noch an seinem 80 Geburtstag spielte.

1942

Mit 18 Jahren ging er zur Marine und war als Funker tätig.

1945

kam er in Gefangenschaft und war beim Minensuchkommando in Frankreich. Die Minen die der Deutsche einst in die Felder und Äcker der Franzosen gelegt hatte konnten nun die Gefangenen wieder unter Todesangst mit den eigenen Händen ausgraben. Er hat viele Kammeraden sterben gesehen die durch Minen zerfetzt worden sind. Jahre später hatte er noch immer Alpträume davon.

Dreimal hat er versucht zu fliehen, 1x hätte er es fast geschafft doch sein Kammerade ist schwer krank geworden, und mein Vater wollte ihn nicht zurücklassen denn er wäre sonst gestorben. Also trug er seinen Kumpel etliche Kilometer zu einem Französischen Bauernhof. Die holten natürlich sofort die Polizei und die zwei sind wieder ins Gefangenenlager gebracht worden. Dort scherte man ihm eine Glatze und schmiss ihn in ein Abflussrohr, das man aufgestellt hatte. Dort konnte er nun 2 Tage ohne Essen und Trinken bei 30°C im stehen ausharren, ab und zu ist er als Salbosch beschimpft worden (das soviel wie Deutsches Schwein heist) und ein Französischer Soldat spukte auf ihn herab.

Das letzte Jahr war mein Vater bei einem alten Bauern, der es gut mit ihm meinte. Er hatte immer was zum essen und es ging ihm trotz der Gefangenschaft gut.

1948

kam er aus Gefangenschaft wieder nach Geislingen, er bekam damals 40 oder 50 Mark für 3J. Gefangenschaft. Das Geld hat er meiner Oma gegeben, weil er es nicht wollte.

1954-1964

lebte er in Kanada. Dort hat es ihm gut gefallen. Irgendwann zwischen 54-64 musste er seine Geige aus Geldnot verkaufen. Ein guter Freund hat sich von meinem Vater 10.000 Dollar gehliehen und zwei Tage später ist er mit noch mehr Geld untergetaucht.Er hat noch drei andere Bekannte abgezockt. Man hat ihn nie wieder gefunden.

1967

wurde er Mitglied bei der Stadtkappelle Geislingen wo er 30 J. aktiv dabei war. Er spielte dort Barritonsaxofon und zum Schluss S-alt.Im gleichen Jahr lernte er meine Mutter Ilse kennen und heiratete sie am 6.9.1974

1977

kam dann ich zur Welt:)

1987-2003

spielte er im Salonorchester Geislingen Geige. Leider musste er aus Gesundheitlichen Gründen damit aufhören. Manchmal spielte er noch auswendig, das letzte mal am 8.8.2004 an seinem 80.Geburtstag.